Ein berühmter Kinderbuchautor bei uns zu Gast (März 1998)

Bild Inkiow   Dimiter Inkiow  "Vater" von 99 Kinderbüchern

Dimiter Inkiow wurde vor 65 Jahren in Bulgarien geboren und ist dort aufgewachsen. Schon mit 16 Jahren schrieb er seine ersten Geschichten. Nach dem Abitur studierte er und wurde zunächst Bergwerksingenieur. Später sattelte er jedoch um und studierte an der Theaterakademie in Bulgariens Hauptstadt Sofia Theaterwissenschaft.

Er schrieb mehrere Theaterstücke, die ihn jedoch in Konflikt mit der kommunistischen Regierung brachten. Er erhielt Schreibverbot und wurde im Jahr 1965 des Landes verwiesen. In Deutschland fand er eine neue Heimat und musste erst einmal Deutsch lernen. Acht Jahre später begann er damit, Kinderbücher in deutscher Sprache zu schreiben.

Der Autor lebt heute mit seiner Familie in München.

Am 10. März 1998 besuchte Dimiter Inkiow nun schon zum zweiten Mal unsere Grundschule und bereitete uns allen zwei vergnügliche, interessante und auch lehrreiche Stunden. Das war jedoch keine "Dichterlesung", denn gelesen hat Inkiow überhaupt nichts, sondern alles höchst lebendig und anschaulich erzählt.

Das haben Kinder der Klasse 3 a über Dimiter Inkiow aufgeschrieben:

Über sein Leben:

Früher schrieb Inkiow Theaterstücke. Aber der bulgarischen Regierung hat es nicht gepasst, was er geschrieben hatte, deshalb bekam er Schreibverbot. Danach wurde er sogar aus Bulgarien ausgewiesen.

Er wurde von der Regierung aus Bulgarien gejagt. Seit 1965 lebt er in Deutschland.

Am Anfang war es sehr schwer für ihn in Deutschland, weil er erst die deutsche Sprache lernen musste. Er hat uns ein bisschen etwas auf bulgarisch erzählt, aber das konnten wir natürlich nicht verstehen. "Bulgarische Wörter sind nicht in euerem Kopf gespeichert, deshalb versteht ihr sie nicht", hat er uns gesagt. Seine Bücher schreibt er auf deutsch.

Die Bücher wurden in insgesamt 25 Sprachen übersetzt und es gibt sie in 35 Ländern der Erde zu kaufen. Er hat uns 3 sehr komische "Klara"- Bücher gezeigt, die alle verkehrtherum gelesen werden müssen, nämlich von hinten nach vorne: ein japanisches, ein koreanisches und ein chinesisches Buch. Diese Schriften schauen alle ganz seltsam aus, wir könnten sie nicht lesen!

Eigentlich hat Dimiter Inkiow drei Berufe: Bergwerksingenieur, Theaterwissenschaftler und Schriftsteller.

Zu Hause hat er unzählige Bücher und er liest auch sehr viel und sehr gerne. Er hat ganz viele Lieblingsbücher.

Er hat zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn.

Über seine Bücher:

Inkiow hat insgesamt schon 99 Bücher geschrieben und jetzt schreibt er gerade sein hundertstes Buch. Ich bin schon gespannt, wie es heißen wird. Er hat es uns nicht verraten.

Seine Schwester heißt Klara und das hat ihn auf die Idee gebracht, die Bücher "Meine Schwester Klara" zu schreiben. Davon gibt es bisher schon mehr als 20 Stück.

Seine Bücher sind für ihn wie Kinder. Er hat aber kein Lieblingsbuch, denn sonst wären ja die anderen Bücher alle beleidigt.

Bis ein Buch ganz fertig ist, haben ungefähr 50 Leute daran arbeiten müssen. Von jedem verkauften Buch bekommt er selber nur ungefähr 1,20 DM.

Seine Bücher sind eigentlich Kinderbücher, aber viele Erwachsene lesen sie ebenfalls, vor allem die "Klara"-Bücher.

Bis das Sachbuch "Ein Buch erobert die Welt" fertig war, hat er ungefähr ein halbes Jahr selber ganz genau nachgeforscht, wie die Schrift und die Bücher entstanden sind. Er war beispielsweise in vielen Museen. Wenn wir das Buch lesen, haben wir uns also ein halbes Jahr Arbeit erspart.

Über seinen Besuch bei uns:

Ich fand es toll, was er uns von seinem Leben erzählt hat.

Dimiter Inkiow hat uns Autogramme auf einem Bild von sich gegeben. Wer sich ein Buch gekauft hat, dem hat er ein Autogramm hineingeschrieben.

Ich fand am besten, dass er uns vier Geschichten ganz auswendig erzählt hat.

Vier Geschichten hat er uns erzählt: Sein allererstes Buch, in dem eine Puppe ein Baby haben wollte, eine Geschichte von einem Löwen und einer Ameise, und dann noch zwei lustige Geschichten von der Schwester Klara.

Bei der Geschichte vom Löwen und der Ameise hat er uns gezeigt, wie er sich die Geschichten ausdenkt. Er hat uns einige verschiedene Möglichkeiten für den Schluss seiner Geschichte erzählt.

Jede Klasse ist in den Klara - Leseclub aufgenommen worden und hat eine Urkunde gekriegt.

"Die wachen, tüchtigen Wörter arbeiten im Kopf und sind unser Wortschatz. Die faulen Wörter schlafen und müssen durch Lesen erst aufgeweckt werden. Das ist dann so, als ob die Wörter joggen", hat Inkiow uns erklärt.

Wir sollen jeden Tag eine Geschichte laut lesen, dann werden alle faulen Wörter so tüchtig, dass wir bald lauter gute Aufsätze schreiben können.