Von Burgen und Rittern

Ende September 1998 verbrachten unsere beiden 4. Klassen eine Woche in der Jugendherberge Burghausen, zu Füßen der längsten Burg Europas (1034 m). Diesen Aufenthalt nutzten wir zu einer Projektwoche über das Leben im Mittelalter, vor allem über Burgen und Ritter. (Leitung Angela Hilger, Webmasterin)

Auch im Oktober 2000 verbrachten die 4. Klassen eine Woche Schullandheimaufenthalt unter dem Motto "Ritter und Burgen", diesmal jedoch in der Jugendherberge in Landshut, neben der Burg Trausnitz. Diese Webseite wurde mit neuen Beiträgen der Klasse 4 a ergänzt.
(Leitung Angela Hilger, Webmasterin)

Wir Viertklasskinder haben vieles von dem für euch aufgeschrieben, was wir bei unserem Projekt im Schullandheim gelernt und gemacht haben.

Über folgende Themen könnt ihr euch genauer informieren:

 

 1. Interessantes über Burgen 

 2. Wie lebten die Ritter? 

 3. Vom Leben im Mittelalter 

 4. Unsere Burgspiele 

 5. Softwarevorschläge

Die Burg von Burghausen

Burg Trausnitz in Landshut

 Interessantes über Burgen

Das Leben in einer Burg

Eine Burg war eine Festung, die einem Adligen gehörte. Außerdem war sie das Zuhause für eine Gemeinschaft mit vielen Bediensteten, die den täglichen reibungslosen Ablauf organisierten.

Burgen waren befestigte Gebäude mit bis zu 4 Meter dicken Mauern. Umherziehende Feinde waren immer eine Gefahr. Manchmal versuchten sie, einen Tunnel unter den Mauern hindurchzugraben. Aber wenn man Schüsseln mit Wasser auf den Boden stellte, konnte man am Kräuseln des Wassers die Vibrationen im Erdreich schon früh entdecken.

Wenn du glaubst, dass das schlau war was hältst du dann von Mordlöchern? Das waren Löcher im Dach, durch die man kochend heißes Wasser, heißen Sand oder andere unangenehme Dinge auf die Eindringlinge hinabgießen konnte.

Philipp und Nicolas 

Im Mittelalter war die Burg der Wohnsitz eines Burgherren. Eine Burg sollte die Bewohner "bergen", das heißt schützen. Zu einer Burg gehörten auch die umliegenden Dörfer. Die Bauern waren Untertanen des Burgherren und er musste Land und Leute gegen Feinde verteidigen. Zum Schutz vor Angreifern hat man Burgen ins Wasser oder auf einen Berg gebaut und mit hohen Mauern umgeben. Die Ritter waren Krieger. Sie kämpften auch vom Pferd aus.

Michael

Eine Burg stand oft auf einem Felsen. Ringsherum führte ein Burggraben. Im Burghof fühlten sich die Bewohner vor Feinden geschützt. Er ist von einer äußeren und einer inneren Mauer eingeschlossen. Innen um die Mauer führte ein Wehrgang, der die Wachtürme in den Mauern miteinander verband. Die Wachen waren gute Bogenschützen und konnten sich hinter Zinnen und Schießscharten verstecken. Von außen kam man in den Innenhof durch den Burggraben führte, dahinter war erst das Burgtor. Die Zugbrücke führt über den Graben und zum Barbakan - das ist das Burgtor am Brückenkopf. Das Burgtor war durch viele Türme stark bewacht. Während einer Belagerung konnten dort viele Menschen längere Zeit leben. Es waren dort für viele Berufe Unterkünfte und Werkstätten. Es gab auch Ställe für Tiere, einen Brunnen, einen Fischteich und einen Burggarten. Im Burghof gab es noch einen inneren Hof. Das innere Tor lag nicht direkt hinter dem äußeren Tor, sondern versetzt, damit es der Feind schwerer hatte. Dann kam das wichtigste Gebäude auf der Burg, der Palast. Seine Mauern waren drei Meter dick. Er hat keine Türen und Fenster am Boden und zum Eingang führte nur eine schmale Holztreppe.

Martina 

Im Mittelalter wohnten die Ritter und die Grafen und Fürsten in gewaltigen, gut befestigten Bauten, die schwer zu erobern waren. Das waren die Burgen. Um Reitern und Wagen Einlass zu gewähren, wurde die Zugbrücke heruntergelassen und das schwere Fallgitter heraufgekurbelt. Dann kam man in den Wirtschaftshof. In der Burg lebten und arbeiteten viele Menschen: Krieger, Handwerker und Knechte. Die Kemenate war das Schlafgemach der Frauen, das beheizbar war. Der Wollteppich an der Wand hielt die Kälte und die Feuchtichkeit von der Mauer ab. Die Kleider hat man in Truhen aufbewahrt. War es kalt, so wurden die Bettvorhänge fest zugezogen. Die ganze Familie schlief oft in einem Bett. In der Küche wurde für alle Burgbewohner gekocht und Brot gebacken. Im großen Eisentopf rührte die Magd die Suppe. Der Küchenjunge drehte den Braten am Spieß. Der Burgherr ließ für seine Gäste oft ein Festessen veranstalten. Jongleure und Gaukler zeigten ihre Künste. Sogar ein Bärenführer ließ seine Tiere tanzen.

Stefanie, Steven, Riccardo

Eine Burg bestand aus der Hauptburg mit dem Herrenhaus, einem tiefen Burggraben, einer dicken und hohen Ringmauer, einem Torhaus, einem Burghof und einem Bergfried. In jeder Burg war ein Brunnen. Er war lebenswichtig. Auf der Burg lebten die Adelsfamilie, Pagen, Ritter, Priester, Hofnarr und viele Diener. Die Menschen aus den Dörfern flüchteten bei Gefahr in die Burg.

Stefan, Corinna 

 Die Folterkammer
In der Folterkammer gab es verschiedene Foltergeräte. Die meisten davon haben wir in der Burghausener Burg gesehen. Aber es gab auch Schandmasken, mit denen die Leute am Marktplatz verspottet wurden. Diese Schandmasken waren aus Eisen. Sie hatten die Form von Tierköpfen. Die Bestraften mussten den ganzen Tag mit der Maske auf dem Marktplatz stehenbleiben.

Natürlich gab es auch viel schlimmere Foltergeräte, z.B. den Nagelstuhl. Er sah aus wie ein Thron, aber er war nicht gepolstert, statt dessen standen Nägel heraus.
Das war eine schlimme Strafe, aber eine noch schlimmere Strafe war die Streckbank. Man musste sich darauf legen und wurde lang gezogen, bis man alles gestanden hatte. Es gab natürlich auch ein Gefängnis, das Verlies. Das war ziemlich klein und eng. Wie ihr wisst, bekommt man im Gefängnis nur Wasser und Brot, so war das damals auch schon. Die Daumenschraube war sehr schmerzhaft. Der Daumen wurde hinein gehalten und dann zerquetscht. Die Eiserne Jungfrau war ein anderes Foltergerät. Aber sie war in dieser Folterkammer nicht vorhanden. Doch wir wollen euch trotzdem erklären, wie dieses Gerät funktionierte: Es war ein eiserner Kasten in der Form eines Menschen, darin waren viele spitze Nägel. Man wurde mit aller Wucht hineingepresst.

So, nun kennt ihr einige Foltergeräte, aber es gibt noch viele mehr.

Larissa, Tini, Franzi und Julika 

Eine Folterkammer ist eine Kammer in die Leute hineinkamen, die etwas angestellt hatten. In so einer Kammer gab es eine Foltergeige, das ist ein Holzbrett mit zwei Löchern für die Hände und ein etwas größeres für den Kopf.

  


Es gab auch noch Schandmasken. Davon gibt es verschiedene Arten:

Schandmaske mit einer langen Nase:
Der Bestrafte hat überall herumgeschnüffelt.


Schandmaske mit großen Ohren:
Der Bestrafte hat jemanden belauscht.


Schandmaske mit langer Zunge:
Der Bestrafte hat jemanden beleidigt.

Luisa und Julia

 Das Burgverlies

In einem Zimmer der Burg war ein großes Loch, durch das konnte man ins Gefängnis schauen. Unten im Gefängnis gab es keinen Ausgang. Entweder die Gefangenen starben, oder sie wurden freigekauft. An den Wänden sieht man heute manchmal noch eingeritzte Zeichen von Gefangenen.

Lorenz und Quirin

Ein Verlies ist eine unterirdische Höhle. Man kann nur durch ein ganz kleines Loch in der Decke hineinkommen. Dadurch wird auch das Essen gebracht. Die Ratten aßen auch immer mit. Das Loch wurde auch Angstloch genannt.

Luisa und Julia

Wie lebten die Ritter? 

Wer waren die Ritter? 

Mit 14 Jahren wurden die Söhne von Adeligen (Edelmännern) zu Knappen. Sie lernten alles über die Aufgaben der Ritter und waren die Gehilfen eines Ritters.  

Mit 21 Jahren wurde ein junger Knappe feierlich zum Ritter ernannt. Dabei musste er vor einem hohen Adeligen niederknien und dieser berührte ihn mit der Schwertklinge an der linken Schulter. Das nannte man Ritterschlag

  Die Aufgaben der Ritter

Ein edler Ritter musste seinem Herrn, z. B. einem Burggrafen, treu sein, tapfer kämpfen und Schwache beschützen. Er sollte also treu, tapfer und fair sein. Diese Eigenschaften nannte man Tugenden.Die Ritter mussten sich auch besonders um vornehme Frauen kümmern und ihnen ergeben dienen.Es gab jedoch einige Ritter, die nicht tugendhaft waren, sondern grausame Raubritter.

Mit ca.18 Jahren wurde er in einer feierlichen Zeremonie, der Schwertleite, zum Ritter geschlagen. Er musste auf die Bibel schwören, die Schwachen zu verteidigen und Gott zu dienen. Der Ritter lebte auf einer Burg, sein Hauptberuf war der Krieg. Im Winter und in Friedenszeiten ging er auf die Jagd oder kämpfte in Turnieren, die manchmal auch Tote forderten.

Alexander, Manuel und Maxi

Die Ritter mussten ihre Burg verteidigen. Außerdem riskierten sie ihr Leben, um den König zu beschützen. Sie zogen mit schweren Rüstungen in den Krieg. Auch war es ihre Aufgabe Waisen und Witwen zu schützen.

Kim und Christian

Dieses tolle Bild hat Stefan (10 Jahre) mit Bleistift gezeichnet. 

 Wie wohnten die Ritter?

Selbstverständlich wohnte ein richtiger Ritter auf einer richtigen Burg. So glauben die meisten. Doch das stimmt nicht. Denn um eine Burg bauen und unterhalten zu können, musste man viel Geld haben. Aber nur der Hochadel und ein paar reich gewordene hohe Beamte hatte viel Geld. Trotzdem wohnten auch arme Ritter auf einer Burg: als Angestellte ihres Dienstherren, als Burgvogt, Verwalter, Waffenmeister, Jagdaufseher.

Jessica

 Die Ritterrüstung

Im Kampf trug der Ritter seine Rüstung. Der Kettenpanzer schützte ihn von der Kapuze bis zu den Zehenspitzen. Er bestand aus eisernen Ringen , die ineinander geschmiedet waren. Der Ritter hatte schwer zu tragen an seiner Rüstung. Unter den Panzer zog er wollene Unterwäsche an, über ihm trug er den Waffenrock. Mit einem eisernen Helm schützte der Ritter den Kopf, mit dem Schild deckte er den Körper. Auf Schild und Waffenrock war weithin das Wappen des Ritters zu sehen. Wie sollte man die Ritter in ihrer Rüstung auch sonst unterscheiden?

Michael

 Die Waffen

Ritter hatten alle möglichen Waffen. Ich sage dir jetzt, welche es alles gab.

Runddolch, Stilettdolch, Lanze, Stoßschwert, Falchion, Bidenhänder, Reiteraxt, Streitkolben, Kriegshammer, Axteisen. Das waren einige der wichtigsten Waffen.

Die Pfeilspitzen
Es gab vier verschiedene Pfeilspitzen. Pfeilspitzen hatten sehr verschiedene Formen; sie reichten von haarfeinen Nadelspitzen, mit denen man eine Rüstung durchbohren konnte bis zu wahren Breitköpfen, die die Pferde schwer verletzen sollten.

Michael    

 

Wie Ritter kämpften 

Die schwere Rüstung und die Waffen waren ursprünglich zum Üben. Gelegenheit, sich mit der Geschicklichkeit und Stärke anderer Ritter in friedlichem Wettstreit zu messen, boten die Turniere. Ganz so friedlich ging es dabei allerdings nicht immer zu. Beulen und Schrammen waren das mindeste, was die Ritter sich zuzogen. Oft riskierten sie schlimme Verletzungen oder sogar ihr Leben. Die Spitze der Lanze war das Hilfsmittel der Ritter beim Turnier. Sie war dazu da, Ritter aus dem Sattel zu heben. 

Andi und Sebastian 

Diesen Ritter hat Veronika aus buntem Papier geklebt.

 Die Ritterturniere

Ein Turnier war eine Ritterschlacht mit stumpfen Waffen, also ein Kampfspiel bzw. eine Übungsschlacht.

Es gab zweierlei Ritterturniere, das eine war ein Zweikampf, den man Tjost nannte, das andere waren Gruppenwettkämpfe, die aussahen wie sportliche Wettkämpfe. Die Ritter putzten sich und ihre Pferde vor jedem Kampf schön heraus. Dann stiegen sie auf ihre Pferde und ritten aufeinander los. Mit ihren 3m langen Lanzen versuchten sie ihre Gegner aus dem Sattel zu stoßen. Sie kämpften dabei um den Ruhm oder um die Gunst einer schönen Dame. Bei den Gruppenkämpfen kam es meist zu schweren Verletzungen oder sogar zu Todesfällen. Aber trotzdem nahmen die Ritter immer wieder an Turnieren teil, da der Reiz Ruhm zu gewinnen größer war. Außerdem bekamen sie von den besiegten Gegnern meistens sehr viel Lösegeld. Noch heute werden manchmal bei Festen Ritterspiele veranstaltet.

Benedikt und Bernhard

 Burgbelagerung 

Wenn Feinde die Burg belagerten, wurde es ernst. Die Ritter legen ihre Rüstung an. Sie bestand aus einem Helm, Visier, Halsbergen, Schulterstücken, Brustharnischen, Ellbogenkacheln, Panzerhandschuhen, Schenkelstücken, Kniestücken, Beinschienen und darunter einem Kettenhemd. Wenn der Feind jetzt die Burg angriff, schütteten die Verteidiger heißes Wasser oder kochendes Pech auf die Angreifer und warfen Steine nach unten, schossen Pfeile oder kämpften mit Schwertern. Die Feinde stellten Leitern an die Mauern und versuchten in die Burg zu gelangen, schossen auch Pfeile, oft sogar brennende Pfeile, um die Burg in Brand zu setzen und gingen in Deckung. Doch die tapferen Verteidiger schlugen die Feinde meistens in die Flucht.

Veronika und Katharina  

Meistens belagerten die Feinde die Burg so lange bis die Nahrung zuneige ging. Dann mussten sie oft aufgeben. Es gab einen Turm, wohin sich die Burgherren retten konnten. Der Turm hatte eine Leiter, die hoch- und runtergezogen werden konnte. Die Feinde hatten Feuerpfeile, Katapultkugeln und Sturmleitern. Das war schon ein hartes Leben als Ritter.

Stephan und Philipp

Vom Leben im Mittelalter

Was die Leute früher anhatten
Die Männer trugen knielange Unterhosen. Diese wurden mit einem Stoffgürtel zusammengebunden. Daran wurden hautenge Beinlinge aus elastischem Wollstoff befestigt. Sie besaßen die Form eines langen Strumpfes und konnten auf trockenem Grund als Schuhe verwendet werden. Um den Oberkörper wurde die Tunika, eine Art Unterhemd, getragen und darüber eine Cotte, ein Übergewand. Als Kopfbedeckung trug man Hüte, Mützen und Kappen aus Filz oder Leder.

Doch fast jeder trug auch eine Bundhaube, die unter dem Kinn gebunden wurde. Die Gugel wurde bei schlechtem Wetter darüber angezogen. Das war eine Kapuze mit Schulterschutz und Bändern. Dann kam noch ein Gürtel mit Almosentasche und Essmesser ans Gewand.

Die Frauen trugen Strümpfe, die mit Bändern befestigt wurden. Den Oberkörper umgab ein Brustband. Darüber kam ein Unterhemd und eine Cotte. DerSurcot, ähnlich einer Tunika, lag über der Cotte. Am Material des Gewandes konnte man die Herkunft der Trägerin erkennen. Nur verheiratete Frauen trugen eine Kopfbedeckung, meistens einen Schleier, der von einem Schapel ( Stirnreif aus Metall oder Leder ) gehalten wurde, manchmal auch einen Turban. Genauso wie der Mann trug sie einen Gürtel mit Almosentasche und Essmesser, doch meist versteckt im Obergewand.

Natalie, Christopher und Nicki

Im Mittelalter trugen die Frauen weite lange Kleider. Die Kleider waren mit edlen Perlen bestickt. Sie waren meistens aus Samt. Sie hatten immer einen Reifen mit im Kleid. Sie trugen immer weite schöne Hüte. Die Kleider waren nur für die edlen Damen. Wenn sie zu anderen Burgen fahren wollten, wurden sie mit einer Kutsche hingefahren. Es waren meistens Sechsspänner mit weißen Schimmeln. Wenn sie an der Burg waren, wurde eine Zugbrücke heruntergelassen.

Katalin und Julia

 Die Gaukler

Im Mittelalter gab es noch keinen Fernseher, deshalb hat man gerne bei den Gauklern zugeschaut. Sie haben sehr viele Kunststücke gezeigt. Die Zuschauer waren begeistert. Sie zeigten zum Beispiel Tellerdrehen, Radschlagen, Handstand, Stelzenlauf und vieles mehr. Dadurch wurde den Burgbewohnern nie langweilig. Die Gaukler waren sozusagen der Fernseher für die Burgbewohner.

Kristina

 Ernährung

Butter wurde nur zum Braten benutzt. Käse galt als Armeleuteessen. Fleisch wurde in Salz eingelegt, damit es sich länger hält. Man brauchte deshalb große Mengen an Salz. Die Burgbewohner brauchten Haustiere zum Überleben.

Kristina

Die Bauern ernährten sich von Wasser, Brot und Brei. Bei den Rittern war der Tisch gut gedeckt mit Fleisch, Wein, Brot, und vielem mehr. Das meiste musste mit den Händen gegessen werden, denn Gabeln gab es noch nicht, nur Löffel für Suppe. Mehrere Leute teilten sich einen Teller.

Veronika

Im Mittelalter ernährte man sich hauptsächlich von Getreide, Salat und Gemüse. Zum haltbar machen wurde Gemüse getrocknet oder in Salz eingelegt. Nur reiche Adelige konnten sich Fleisch und Geflügel leisten. Zum Beispiel gebratene Hirsch- und Rehkeulen, Kaninchen oder Tauben, Rebhühner und Wachteln. Manchmal gab es auch Karpfen oder andere Fische. Alles wurde in kleine Stücke geschnitten serviert, da es noch kein Besteck gab. Arme Leute mussten sich von Getreide- oder Rübenbrei, Erbsensuppe oder Brot und Wasser ernähren. Das Brot musste selbst aus gemahlenem Roggen gebacken werden. Milch wurde meistens zu Käse verarbeitet, weil dieser länger haltbar war.

Bernhard und Thomas

Das Frühstück bestand aus Brot, das in Bier oder verdünnten Wein getaucht wurde. Die Hauptmahlzeit wurde zwischen zehn und elf Uhr morgens eingenommen. Später gab es dann mehrere kleine Imbisse.

Philipp und Nicolas
 

 Das waren die Tischsitten des Mittelalters:

 Saufe nicht aus der Schüssel Lege deinen abgenagten Knochen nicht wieder zurück in die Schüssel . Schneuze dich nicht in das Tischtuch . Rede und iss nicht gleichzeitig . Trink nicht mit vollem Mund. Puste nicht in das Essen . Bevor du trinkst, so wisch dir den Mund ab . Leg dich nicht auf den Tisch zum Essen . Kratze dich nicht mit der Hand, sondern nimm dazu dein Gewand. Stocher nicht mit dem Messer in den Zähnen. Puhle nicht in Augen, Ohren und Nase, während du isst.

Christina, Julia    

 Redewendungen aus der Ritterzeit:

Viele der Begriffe und Redewendungen, die wir auch heute noch benutzen, stammen aus dem Mittelalter und haben oft mit den Rittern zu tun. Wir erklären euch hier, wie sie entstanden sind.

  Der "Bürger"war jemand, der in der Nähe einer Burg wohnte . "Etwas im Schilde führen" meinte einen Ritter, der auf seinem Schild immer sein Wappen aufgemalt hatte, damit man ihn auch dann erkennen konnte, wenn er seine Rüstung trug und das Visier geschlossen war. "Auf hohem Ross sitzen" bedeutete, dass ein Ritter auf seinem Pferd saß . "Etwas ausbaden müssen" hieß, dass der letzte, der sich im Badezuber badete, das Wasser ausgießen musste. Jemanden "im Stich lassen" bedeutete, dass der Knappe dem Ritter, der beim Turnier vom Pferd gestoßen worden war, nicht rechtzeitig wieder auf die Beine half. Wer "edel" war, war von Adel, also ein Fürst oder Ritter . "Er sitzt fest im Sattel" meinte, dass ein Ritter dem anderen überlegen war und sich nicht aus dem Sattel stoßen ließ . "Die Daumen drücken" erinnert an die Daumenschrauben in der Folterkammer einer Burg. Damit wollte man bei den Gefangenen etwas erreichen."Jemandem im Visier haben" bedeutet, ihn genau anzuschauen. Das Visier war ein beweglicher Teil des Ritterhelms mit Sehschlitzen .  

 Freizeit auf der Burg

Im Mittelalter gab es noch keinen Radio, Fernsehen, Comics und Kinos. Damals musste man sich mit Freizeitspielen begnügen. Wir wissen eine Art von Boccia-Spiel, von Kegelspielen, Ringkämpfen, Wettrennen und einem Fußballspiel die sie im Mittelalter gespielt haben. Die Damen und Herren spielten öfters Wurfspiele oder führten den Kindern ein Marionettenspiel vor. Die Königsfamilien gingen oft auf die Jagd. Die Kinder unterhielten sich mit Murmeln, geschnitzten Puppen, Geschicklichkeitsspielen, Ballspielen, Blinde Kuh, Seilhüpfen, Fangen und die Jungen spielten meistens mit ihren Holzpferden

Kelly und Vroni

Die Festmahle der Herzöge, Ritter, Könige und Königinnen dauerten ein paar Stunden. Es waren immer Hoffnarren und Musikanten da. Bei manchen Festen waren auch Turniere. Die Gäste jubelten den Rittern auf dem Turnier zu und am Ende fuhren alle mit Kutschen oder ritten auf Pferden nach Hause.

 Unsere Burgspiele

Die Ritter mussten viel üben, um in echten Schlachten oder bei den Turnieren erfolgreich zu sein. Sie machten viele Ziel- und Geschicklichkeitsspiele, bei denen es um Genauigkeit, Kraft, Schnelligkeit und Geschicklichkeit ging. Wir haben im Schullandheim an einem Nachmittag einige solcher Spiele nachgemacht, selbstverständlich in mittelalterlicher Verkleidung. Hier sind unsere Vorschläge zum Spielen mit der ganzen Klasse:

Probiert doch mal das "Wagenrennen" aus:

Beim Wagenrennen bilden vier Kinder einen Pferdewagen mit zwei Pferden: Zwei Kinder stellen sich vorne als Pferd nebeneinander, zwei halten die vorderen Kinder gebückt als Wagen an den Hüften fest. Auf den Rücken dieser Kinder steigt ein Reiter und hält sich an den Pferden fest.

Zwei Wagengruppen stellen sich nun an die Startlinie und auf ,,Los!" müssen die Kinder ohne sich loszulassen so schnell wie möglich um die Wette ins Ziel rennen.

Sabine

 Folgender Vorschlag für`s Ritterspiel "Steinweitwurf":

Nehmt große Steine, sie sollen Kanonenkugeln darstellen. Holt einen dicken großen Ast. Legt jetzt den Ast als Grenze, die man beim Werfen nicht übertreten darf. Dann nehmen die Kinder die Steine und werfen so weit sie können. Wer am weitesten wirft, hat gewonnen.

Alexandra und Andrea

 Das Spiel, das wir euch jetzt vorstellen, heißt ,,Reiterspiel".

Das erste Kind stellt sich gerade hin, es ist das Pferd. Das zweite Kind springt auf seinen Rücken und wird huckepack getragen. Das ist der Ritter. Mehrere Ritter kämpfen nun gegeneinander, d.h. sie versuchen die anderen Kinder von ihrem Pferd hinunterzustoßen. Die Kinder, die runtergeschubst wurden, sind aus dem Spiel, und das Paar, das am Schluss noch nicht gestürzt ist, hat gewonnen.

Monika und Christina    

 Bastelvorschlag: Ritterhelm aus Papier

Aus einem Bogen festem Papier oder dünnem Karton kannst du dir ganz einfach einen Ritterhelm basteln. Damit macht das Ritterspielen gleich noch viel mehr Spaß. So geht's:

Klebe das Papier, das um deinen Kopf reichen muss, auf der Rückseite zusammen. Schneide den oberen Rand ein, knicke ihn nach innen und klebe darauf einen Papierkreis als Helmdeckel. Wenn du ein Loch hineinschneidest, kannst du Federn oder Buntpapierstreifen als Helmschmuck hineinstecken und festkleben. Schneide in Augenhöhe Sehschlitze (und einige Luftlöcher!) in den Helm und bemale oder beklebe ihn noch nach deinem Geschmack.