|
Licht für Itipingi
|
Das Dorf Itipingi ist Teil der Gemeinde Igongolo. Es liegt auf einer Hochebene (ca. 1700 m) im Süden von Tansania in der Provinz Iringa in der Nähe von Makambako. Die evangelische Cantate Kirche in Kirchheim hält seit über 20 Jahren eine Partnerschaft mit Igongolo lebendig. Es werden regelmäßig Briefe ausgetauscht und zweimal im Jahr wird ein Container mit Hilfsgütern, wie zum Beispiel Fahrrädern, Büchern, Kleidung oder Nähmaschinen nach Afrika geschickt. Tina Westermeyer, Mitglied des Pfarrgemeinderats der Cantante Kirche, unterstützt schon seit einiger Zeit den Kontakt unserer Schule zu Itipingi. Im April 2005 berichtete sie uns im Rahmen der Woche „Globale Bildung“ über Tansania und zeigte uns interessante Dias von ihrem Besuch in Igongolo. Die Tatsache, dass die Kinder dort nur mit Schuhen in die Schule gehen dürfen, aber viele keine haben, veranlasste uns zu einer Schuhsammlung für die Kinder der Primary School von Itipingi. Dazu legten wir die 100 Euro, die wir für das jährliche „Ramadama“ von der Gemeinde als Dankeschön erhielten - statt einer Brotzeit für alle Helfer. Von diesem Geld wurden an der Primary School Toilettenhäuschen gebaut und die Lehrerunterkunft renoviert.
|
Für die ca. 3000 Einwohner von Igongolo gibt es weder Strom noch fließendes Wasser aus der Leitung. Sie leben größtenteils von der Landwirtschaft und bauen vor allem Mais und verschiedene Gemüsearten an.
|
|
|
|
|
Schüler aus Itipingi mit ihren Schuhen aus Heimstetten.
|
Die Lehrer der Primary School Itipingi
|
|
|
|
|
Diese Bilder haben die Schüler aus Itipingi als Dank für uns gezeichnet.
|
|

|
Am 27.6.2006 erhielten wir Besuch in unserer Schule von Frau Yunicki Luhiga und Herrn Jessan Mhepela aus Igongolo. Yunicki und Jessan wollten unsere Schüler kennen lernen. Als Geschenk an die Schule in Itipingi bekamen sie 100 Euro für Bücher und Stifte.
Wir lernten das Lied Bruder Jakob in der Sprache Suaheli:
Unalala, unalala, kaka msa, kaka msa, kengelei alia, kengelei alia, shuleni, shuleni.
|
Seit einigen Jahren haben alle Kinder von Tansania die Möglichkeit zur Schule zu gehen: Die ersten sieben Jahre auf der Grundschule kosten kein Geld mehr. Erst für die weiterführenden Schulen muss man Schulgebühren bezahlen. Um eine weiterführende Schule besuchen zu dürfen, muss man eine Abschlussprüfung bestehen. Die Kinder müssen sich darauf auch abends vorbereiten, und dafür brauchen sie Licht. Im September 2006 bekam Tina Westermeyer den folgenden Brief aus Itipingi: 
|
(Übersetzung siehe rechts)

|
Itipingi Primary School, 10. September 2006
Liebe Tina Westermeyer,
viele Grüße aus Tansania! Wir sind froh, einen Brief von dir bekommen zu haben. Dieses Halbjahr sind wir sehr beschäftigt die Abschlussprüfungen für unsere 7. Klassen vorzubereiten. Wir haben uns über den Brief und das Geld, das wir bekommen haben, sehr gefreut, auch über die Zeichnungen, die Weltkarte und die Karte der USA. Wir haben sie unseren Schülern gezeigt und sie waren sehr glücklich darüber. Wir haben von dem Geld Bücher für unsere Schüler gekauft und einige Stifte für die Lehrer. Die Lehrer und Schüler unserer Schule bedanken sich nochmals dafür, dass wir einer Partnerschule vermittelt worden sind. Hier in unserem Land werden die Schüler der 7. Klasse ihre Abschlussprüfung am 13. und 14. September 2006 ablegen. Das Problem, das wir haben, ist die Dunkelheit am Abend und in der Nacht, wenn die Schüler sich eigentlich auf die Prüfung vorbereiten müssen. Wir wären sehr froh darüber, wenn du uns mit Solarenergie oder einem Generator für unsere Schüler unterstützen könntest. Außerdem ist unsere Vervielfältigungsmaschine seit langem kaputt und funktioniert jetzt nicht mehr. Es wäre schön, wenn wir eine neue bekommen könnten. Nächstes Mal werden wir einige Bilder und Fotos von den verschiedenen Aktivitäten an unserer Schule schicken.
Grüße an die Lehrer in Heimstetten und ihre Schüler!
Die Lehrer von Itipingi 
|
Am 20.11.2006 berichtete Tina Westermeyer wieder über Tansania und zeigte uns den Brief aus Itipingi. Durch die frühe Dunkelheit, die zwischen 18 und 19 Uhr hereinbricht, war es für die Kinder schwer, sich auf die Prüfungen vorzubereiten, denn in Itipingi gibt es kein elektrisches Licht, und Kerzen sind teuer und oft Mangelware. Das veranlasste uns zu der Aktion “Licht für Itipingi”. Wir wollten viele Sonnenstrahlen nach Itipingi schicken und so die Sonne für die Schüler abends etwas länger scheinen lassen.
|

|
Unser Hilfsprojekt sollte Licht nach Itipingi schicken. Wie das möglich war? Ganz einfach: Die Schülerinnen und Schüler konnten für einen Euro einen Tonpapier-Sonnenstrahl erwerben, den sie dann an die Sonne auf der Stellwand in der Aula pinnten. Von dem gesammelten Geld konnten wir hier in Deutschland Voucher für Solarlampen kaufen und diese nach Tansania schicken, wo sie dann in einem bestimmten Laden gegen kleine Solarlampen eingetauscht werden können. Diese Laternen können tagsüber aufgeladen werden und dann abends und nachts verwendet werden. Eine Lampe kostet 50 Euro.
Den Euro für den Sonnenstrahl konnten sich die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel dadurch verdienen, dass sie im Haushalt oder in der Nachbarschaft kleinere Jobs erledigten, die dann mit einem Euro bezahlt wurden, der sich in Licht für Itipingi verwandelte.
Unsere Aktion Licht für Itipingi brachte insgesamt 550 Euro ein, Geld für 11 Solarlampen! 
|
|
|
|
Sonnenstrahlen für Itipingi
Am Montag, den 22.01.2007 wurde in der SILVA-Grundschule Heimstetten ein Spendenscheck in Höhe von 550,- Euro an den Partnerschaftskreis Igongolo, vertreten durch Frau Tina Westermeyer und Frau Ruth Miekisch, überreicht. Die Kinder der Klasse 2 b hatten unter der Leitung ihrer Lehrerin Renate Minkus "Sonnenstrahlen" an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler für je einen Euro verkauft. Auch bei der Öffnung des Adventsfensters am Nikolaustag und bei der Weihnachtsfeier wurden Sonnenstrahlen verkauft. Jeder Sonnenstrahl wurde dann an eine Pinnwand geheftet, so dass symbolisch Sonnenlicht nach Itipingi gesandt wurde, ein Dorf in der Gemeinde Igongolo im Süden von Tansania, das die Schüler bereits in Veranstaltungen ihrer SILVA-Grundschule Heimstetten kennen gelernt hatten. Tina Westermeyer vom Partnerschaftskreis bedankte sich bei den Kindern und berichtete, dass vom Erlös der Spendenaktion acht Solarlampen, vier für die Schüler und vier für die Lehrer, beschafft werden. Denn in der 3000 Einwohner großen Gemeinde gibt es keinen elektrischen Strom, und kurz nach Sonnenuntergang ist es so dunkel, dass ohne künstliches Licht keine Unterrichtsvorbereitung und kein Lernen möglich ist. Schon in ein paar Tagen werden die Lampen von einem Beauftragten in das Dorf Itipingi gebracht, der Rest der Spende wird der Schule zur Anschaffung von Schulbüchern überreicht. Schulleiter Karl Segerer bedankte sich bei den Kindern für ihre Spendenbereitschaft und bei Renate Minkus für ihre Initiative und die blendende Organisation der Spendenaktion. 
Bild: Im Vordergrund Kinder der Klasse 2 b; Hinten von links nach rechts: Frau Ruth Miekisch und Tina Westermeyer vom Partnerschaftskreis Igongolo, Frau Renate Minkus, die Klassenlehrerin der Klasse 2 b, und Schulleiter Karl Segerer
Süddeutsche Zeitung, Regionalteil - 26.1.2007:
Münchner Merkur, Region - 25.1.2007:

“Hallo” vom 1.2.2007:

|